Die 10 schönsten Leuchttürme in Kuba
Kuba ist die größte Karibikinsel und mit einer Küstenlänge von über 5.700 Kilometern, einschließlich seiner zahlreichen Cays und vorgelagerten Inseln, eine der von Leuchttürmen am dichtesten besäten Regionen der Karibik. Die kubanische Leuchtturmgeschichte spiegelt die Kolonialzeit wider: Viele der ältesten Türme wurden unter spanischer Herrschaft errichtet, von Ingenieuren, die sowohl militärische als auch nautische Anforderungen zu bedenken hatten. Nach der Unabhängigkeit 1898 und der amerikanischen Einflussphase im frühen 20. Jahrhundert wurden viele Türme modernisiert. Die heutigen Leuchttürme werden von der kubanischen Seekarte- und Leuchtturmbehörde betrieben. Entdecken Sie alle kubanischen Seezeichen auf der interaktiven Karte.
1. Castillo del Morro (El Morro), Havanna
Der Leuchtturm auf dem Castillo del Morro ist das bekannteste Seezeichen Kubas und ein Symbol der Hauptstadt. Der quadratische Turm steht auf den Befestigungen der Festung Castillo de los Tres Reyes Magos del Morro, die 1589 begonnen und 1630 fertiggestellt wurde; der eigentliche Leuchtturm wurde erst 1844 auf den mittelalterlichen Festungsmauern errichtet. Der zylindrische Aufbau aus weißem Stein ist 25 Meter hoch; das Feuer trägt eine Reichweite von 18 Seemeilen. El Morro markiert die Einfahrt in den Hafen von Havanna von Norden — eine der bedeutendsten Hafenanfahrten der westlichen Hemisphäre während der Kolonialzeit. Heute ist die Festung ein Nationalmonument und täglich für Besucher geöffnet.
2. Faro Roncali, Cabo San Antonio
Cabo San Antonio ist das westlichste Kap Kubas, die Spitze der Halbinsel Guanahacabibes am Ende der Insel. Der Faro Roncali, erbaut 1849 nach Entwürfen des spanischen Ingenieurs Cayetano Fernández, ist ein weißer Ziegelturm von 30 Metern Höhe mit einem charakteristischen gelben Band unter der Laterne. Das Feuer zeigt Fl WR 15s mit Sektoren, die den sicheren Kurs durch die flachen Gewässer des Yucatán-Kanals weisen. Dieser Kanal, zwischen Kuba und der mexikanischen Halbinsel Yucatán gelegen, ist eine der bedeutendsten maritimen Durchfahrten der Region. Der Leuchtturm steht im Biosphärenreservat Guanahacabibes; Besuche sind nur mit Nationalpark-Genehmigung möglich.
3. Leuchtturm Cayo Lobos
Cayo Lobos ist ein kleines, flaches Riff-Cay im Archipiélago de los Canarreos südlich der Hauptinsel. Der hier stehende Leuchtturm — ein weißer Eisenturm auf dem flachen Korallenriff — markiert die Nordkante der Fahrrinne zwischen den Cays für Schiffe, die zwischen Cienfuegos und dem Golf von Mexico navigieren. Das Gewässer um die südkubanischen Cays ist von unzähligen Riffen und flachen Stellen durchzogen; die Leuchtfeuer auf den verschiedenen Cays sind für die Küstenschifffahrt unverzichtbar.
4. Faro Punta de Maisí
Punta de Maisí, das östlichste Kap Kubas, trägt den Leuchtturm, der das Ende der Insel in Richtung Haiti markiert. Der Leuchtturm wurde 1862 errichtet — ebenfalls unter spanischer Kolonialverwaltung — und ist aus weißem Stein gebaut, mit einem charakteristischen roten Band. Er steht auf einem Kalksteinfelsen über dem Meer und hat eine Feuerhöhe von knapp 60 Metern, was ihm eine Reichweite von mehr als 20 Seemeilen gibt. Das Kap Maisí ist per Straße kaum zugänglich und liegt in einer der abgelegensten Regionen Ostkubas; die letzten Kilometer führen über unbefestigte Wege durch tropischen Wald.
5. Leuchtturm Cayo Jutías, Pinar del Río
Cayo Jutías ist ein langer, flacher Caystreifen vor der Nordküste der Provinz Pinar del Río im Westen Kubas. Der Leuchtturm am Ende des Cays steht auf weißem Korallensand, umgeben von Mangroven und flachem türkisfarbenem Wasser. Das Bild — weißer Turm, weißer Strand, blaues Karibisches Meer — ist eines der typischsten für kubanische Küstenleuchttürme. Cayo Jutías ist per Dammstraße vom Festland erreichbar und hat einen öffentlich zugänglichen Strand.
6. Faro Punta Gorda, Cienfuegos
An der Einfahrt zur Bucht von Cienfuegos, dem bedeutendsten Industriehafen Kubas, steht der Faro Punta Gorda auf einer Landzunge, die den nördlichen Teil der Hafeneinfahrt markiert. Der Leuchtturm wurde im frühen 20. Jahrhundert gebaut; die Bucht von Cienfuegos, die durch einen engen Kanal mit dem Karibischen Meer verbunden ist, erfordert präzise Navigationshilfen für Tanker und Frachter, die die Industrieanlage anlaufen. Das historische Stadtzentrum von Cienfuegos ist UNESCO-Welterbe.
7. Leuchtturm Cayo Francés, Villa Clara
Das Riff-System vor der Nordküste der Provinz Villa Clara, bekannt als Jardines del Rey, beherbergt mehrere Leuchtfeuer, die den Schiffsverkehr durch die seichten Gewässer führen. Cayo Francés, eine der größten Inseln des Archipels, hat einen weißen Leuchtturm, der als Landfall-Feuer für Schiffe dient, die aus dem Norden kommen und die Resortinsel Cayo Coco anlaufen wollen. Die Jardines del Rey sind bekannt für ihre langen weißen Strände und Korallenriffe.
8. Leuchtturm Santiago de Cuba (Castillo del Morro)
Im östlichen Kuba, an der Einfahrt zur Bucht von Santiago de Cuba, steht ein weiterer Castillo del Morro — die Festung San Pedro de la Roca, die 1638 begonnen und im 17. Jahrhundert fertiggestellt wurde. Der Leuchtturm auf der Festung markiert die spektakuläre schmale Einfahrt in die tiefe Bucht von Santiago. Die Festung ist UNESCO-Welterbe und eines der am besten erhaltenen Beispiele spanischer Kolonialmilitärarchitektur in der Karibik. Vom Leuchtturm aus bietet sich ein unvergesslicher Blick über die Berglandschaft Ostkubas.
9. Faro del Rincón, Havanna
Der Faro del Rincón auf der östlichen Seite der Havannaer Hafeneinfahrt, gegenüber dem El Morro, ist weniger bekannt, aber für den Seeverkehr ebenso wichtig: Zusammen mit El Morro bildet er das Richtfeuerpaar, das Schiffe in den sicheren zentralen Kanal des Hafens führt. Der weiße Turm des 19. Jahrhunderts steht auf den Befestigungen des Castillo de San Carlos de la Cabaña und ist Teil des großen Festungskomplexes, der heute als Kulturzentrum genutzt wird.
10. Leuchtturm Cayo Buba, Granma
Die abgelegene Südostküste der Provinz Granma — in der Nähe der Landefähre, mit der Fidel Castro und seine Guerillero 1956 nach Kuba zurückkehrten — hat einen kleinen Küstenleuchtturm auf Cayo Buba, der die flachen Gewässer des Golfo de Guacanayabo sichert. Der Golf ist von Fischerei geprägt und hat keinen großen Handelshafen; der Leuchtturm dient vor allem der Küstenfischerei.
Die kubanischen Leuchttürme werden vom Ministerio de Transporte betrieben. Die meisten historischen Türme wie El Morro Havanna und Santiago de Cuba sind als Teile von Festungsmuseen zugänglich. Abgelegene Türme auf Cays erfordern Genehmigungen oder Bootstouren. Beste Reisezeit ist von Dezember bis April; der kubanische Hurrikanseason dauert von Juni bis November.