← Zurück zum Blog

Die 10 bemerkenswertesten Leuchttürme in Litauen

Litauen hat nur etwa 90 Kilometer Ostseeküste, die kürzeste Küstenlinie aller drei baltischen Staaten. Doch was sie an Länge vermissen lässt, ersetzt sie durch Einzigartigkeit: Die Kurische Nehrung, ein schmaler Sandstreifen, der das Kurische Haff von der offenen Ostsee trennt und seit 2000 UNESCO-Weltnaturerbe ist, macht den größten Teil dieser Küste aus. Dieser fragile Landstreifen, an manchen Stellen kaum einen Kilometer breit, wurde im 18. und 19. Jahrhundert durch Sandsturm-Katastrophen und die spätere Aufforstung mit Kiefern dramatisch verändert. Die Leuchttürme, die entlang der Nehrung und am Klaiped-Hafen stehen, spiegeln die Geschichte dieser einzigartigen Landschaft und des Handels wider, der durch den Hafen Klaipėda — ehemals Memel — über Jahrhunderte floss.

1. Leuchtturm Klaipėda Nord, Klaipėda

Der nördliche Molenturm des Klaiped-Hafens steht an der Spitze des Norddamms, der den Eingang in die Dange-Mündung und den Hafenkanal schützt. Ein Leuchtfeuer hier existiert seit dem frühen 19. Jahrhundert; der heutige rote Turm aus Stahl datiert auf 1894 und wurde mehrfach modernisiert. Er ist 14 Meter hoch und zeigt ein rotes Blinkfeuer mit einer Reichweite von 10 Seemeilen. Der Hafen Klaipėda war unter dem Namen Memel einer der wichtigsten Handelshäfen der deutschen Ostseeküste; nach dem Ersten Weltkrieg war Memel kurz ein eigenes Autonomiegebiet, bevor es 1923 von Litauen annektiert und 1939 von Hitler-Deutschland zurückgefordert wurde. Beide Molenleuchten sind von der Promenade am Nordhang gut sichtbar; eine Fähre verbindet das Stadtzentrum mit der Nehrungsseite.

2. Leuchtturm Klaipėda Süd, Klaipėda

Dem nördlichen Molenturm gegenüber steht der südliche Molen-Leuchtturm, ein weißer Turm von 12 Metern Höhe mit grünem Blinkfeuer, der gemeinsam mit dem roten Turm die Einfahrt in den Hafenkanal markiert. Die Farbkodierung — grün Steuerbord, rot Backbord — entspricht dem europäischen IALA-A-System. Der südliche Turm steht auf der Kurischen Nehrung, und von hier beginnt der 50 Kilometer lange Küstenstreifen nach Nida. Die Promenade auf der Nehrungsseite ist ein beliebter Spaziergang von Klaipėda aus; die Fähre von der Stadt ist der praktischste Zugang.

3. Leuchtturm Nida, Nida

Der Leuchtturm von Nida steht auf dem Parnidis-Dünenhang am südlichen Ende des litauischen Teils der Kurischen Nehrung, unmittelbar an der Grenze zu Russland (Kaliningrader Gebiet). Er wurde 1874 während der deutschen Verwaltung errichtet und ist seitdem mehrfach renoviert worden. Der schwarze und weiße gestreifte Turm ist 29 Meter hoch und zeigt ein weißes Blitzlicht mit einer Reichweite von 16 Seemeilen über das Kurische Haff. Nida ist der kulturelle Mittelpunkt der Nehrung und bekannt als Ort, an dem Thomas Mann in den 1930er Jahren seinen Sommerurlaub verbrachte; sein Ferienhaus ist heute ein Museum. Der Leuchtturm ist in der Saison zugänglich und kann bestiegen werden; der Blick über die Wanderdünen und das Haff ist außergewöhnlich.

4. Leuchtturm Pervalka, Pervalka

Pervalka ist ein kleines Fischerdorf auf der Nehrung, etwa in der Mitte zwischen Klaipėda und Nida, umgeben von alten Kiefernwäldern und Wanderdünen. Der Leuchtturm — ein hölzerner und später durch Beton ersetzter Turm — markiert die Westküste der Nehrung gegenüber der flachen Haff-Seite. Das Feuer ist modern und zeigt ein weißes Blinkfeuer. Pervalka ist mit dem Bus oder Fahrrad von Nida oder Juodkrantė erreichbar; das Dorf hat kaum 100 Einwohner im Winter, wird aber von Naturliebhabern und Radwanderer im Sommer sehr geschätzt.

5. Leuchtturm Uostadvaris, Uostadvaris

Uostadvaris liegt am östlichen Ufer des Kurischen Haffs, gegenüber der Nehrung, und ist einer der wenigen Leuchttürme Litauens, der nicht an der Ostseeküste, sondern am Binnenmeer des Haffs steht. Der einfache weiße Turm markiert den Eingang zum Minija-Fluss, der hier in das Haff mündet. Er zeigt ein weißes und rotes Sektorlicht, das die Fahrrinne durch die flachen Haff-Gewässer anzeigt. Das Kurische Haff ist ein flaches Gewässer mit einer Durchschnittstiefe von nur 3,8 Metern; ohne Navigationshilfen wäre die Orientierung auf seiner spiegelnden Weite schwierig. Uostadvaris ist vom Städtchen Šilutė aus mit dem Auto erreichbar.

6. Leuchtturm Šventoji, Šventoji

Šventoji ist der nördlichste Küstenort Litauens, wenige Kilometer von der lettischen Grenze entfernt. Ein kleines Leuchtfeuer markiert die Mündung des Flusses Šventoji, der hier in die offene Ostsee mündet. Die Einfahrt in die Flussmündung ist für Küstenboote und Fischerfahrzeuge anspruchsvoll; Sandbänke verschieben sich mit den Jahreszeiten. Der heutige Turm ist eine moderne Betonanlage aus dem 20. Jahrhundert. Šventoji ist ein beliebter Badeort; Bernsteinfunde am Strand sind keine Seltenheit, da der Bernsteinküstenabschnitt hier beginnt.

7. Leuchtturm Juodkrantė, Juodkrantė

Juodkrantė, auf der Kurischen Nehrung gelegen, ist vor allem für seine Graureiher- und Kormorankolonie bekannt — eine der größten Osteuropas. Ein kleines Leuchtfeuer markiert die Westküste der Nehrung auf Höhe des Dorfes. Der Turm ist bescheiden, aber das Dorf hat eine reiche Geschichte: Hier wurden im 19. Jahrhundert spektakuläre Bernsteinfunde gemacht, die heute in Museen in Königsberg und Memel (Klaipėda) ausgestellt sind. Juodkrantė ist mit dem Bus von Klaipėda in etwa 40 Minuten erreichbar.

8. Leuchtturm Preila, Preila

Das Dorf Preila auf der Kurischen Nehrung ist bekannt als Sommerort litauischer Künstler und für sein besonders entspanntes Tempo. Ein kleines Leuchtfeuer an der Ostseite — der Haff-Seite — der Nehrung markiert die Anlegestelle für Boote. Das Feuer ist eine moderne Anlage. Preila ist per Fahrrad von Pervalka und Nida zu erreichen; der Küstenradweg entlang der Haff-Seite ist einer der schönsten Radwanderwege des Baltikums.

9. Leuchtturm Rūpninkų, Rūpninkų

Nahe des Eingangs in das Kurische Haff von Süden, an der engen Wasserstraße zwischen Nehrung und Festland, steht das Leuchtfeuer Rūpninkų. Es ist eine kleine, automatisierte Anlage aus der Sowjetzeit, die den Schiffsverkehr im südlichen Haff-Eingang orientiert. Das Feuer zeigt ein weißes Blinkfeuer. Die Gewässer des südlichen Haffs, wo der Nemuno (Memel) einmündet, sind für ihre flachen Sandbänke und ihre reiche Vogelwelt bekannt; das Kurische Haff ist ein Ramsar-Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung.

10. Leuchtturm Klaipėda Reede, Klaipėda

Ein weiteres Leuchtfeuer markiert den Ankerplatz der Klaipėda-Reede, das Tiefwassergebiet vor dem Hafeneingang, wo Seeschiffe auf ihre Einfahrterlaubnis warten. Es handelt sich um eine moderne, automatisierte Anlage auf einem Stahlpylon im Wasser. Klaipėda ist der einzige eisfreie Hafen Litauens und damit das ganze Jahr über der wichtigste Warenumschlagplatz des Landes; die Reede ist stets mit wartenden Schiffen belegt. Von der Promenade aus ist das Leuchtfeuer gut zu erkennen.

Praktische Hinweise

Die Kurische Nehrung ist von Mai bis September am angenehmsten zu besuchen; Radfahren ist die ideale Art, die Nehrung von einem Ende zum anderen zu erkunden. Klaipėda ist per Zug aus Vilnius in etwa drei Stunden erreichbar; Nida von dort per Fähre und Bus. Der Leuchtturm Nida ist in der Saison besuchbar. Alle litauischen Leuchtfeuer sind auf Karte öffnen verzeichnet.